Niedersächsische Hausmusik

im Scheunensaal der Familie Schünemann-Kleiner in Upen

Corona zwang uns zwar nicht zu einer Absage, aber zu einer drastischen Programmänderung. Weder das Flöten- noch das Saxophontrio konnten auftreten, weshalb kurzerhand Burghard Dietze am Cello und Karin Klose am Keybord ihren Programmteil um Cafehausmusik von Fritz Kreisler  erweiterten und der Goslarer Zitherspieler Dieter Schädlich volkstümliche Weisen auf seinem Instrument darbot. Die über 30 Gäste freute es, konnten sie doch auf diese Weise selbst tatkräftig ihre Stimmen  erklingen lassen. Und so danken wir allen Teilnehmenden für diesen gemütlichen Abend, vor allem aber der Familie Schünemann Kleiner für ihr Engagement. Mehr ...... (Artikel SZ vom 26.11.2022)

Ade, Kleiner Chor!

Unser "Gründungsmitglied", Der Kleine Chor Liebenburg, existiert nicht mehr. Zu einer letzten Mitgliederversammlung trafen sich seine Mitglieder am Montag 14.11.2022 in ihrem Probenraum in der Lewer Däle. Wichtigster Punkt auf der Tagesordnung war die Beschlussfassung über die Auflösung des Chores. Damit findet eine über zwanzigjährige Erfolgsgeschichte ein trauriges Ende:

Im Sommer 2000 lud der Liebenburger Neubürger Norbert Henk alle Sangeswilligen in Liebenburg zu einem Treffen in der Grundschule ein. Ziel war die Gründung eines Singkreises. Hieraus entwickelte sich sehr schnell ein Gemischter Chor, der sich bald zu einem gemeinnützigen Verein konstituierte und zeitweise bis zu 20 Mitglieder hatte. Immer häufiger trat der neue Chor öffentlich auf und erwarb sich einen guten Ruf über die Grenzen der Gemeinde hinaus. Er erarbeitete sich ein umfangreiches und anspruchsvolles Repertoire, das, oft in Begleitung von Orgel, Trompete, Harfe oder Flöte, vorgetragen wurde und großen Anklang fand. Erinnert sei an die alljährlichen Konzerte zur Weihnachtszeit, die Auftritte an den Kulturtagen der Gemeinde – die "Meditative Chornacht" 2015 in der Schlosskirche Liebenburg war einer der zahlreichen Höhepunkte - , das Weihnachtslieder-Singen in der Klinik Fontheim, an zahlreiche musikalische Beiträge aus kirchlichen und weltlichen Anlässen in der Region.

Zunächst probte der Chor im Physikraum und dann in der Aula der Grundschule und schließlich im ehemaligen ev. Kindergarten auf dem Gelände des ev. Pfarrhofes. Dort entstand auch die Idee, das leer stehende Gebäude als Stätte der Begegnung und der kulturellen Veranstaltungen zu nutzen. Dies führte zur Gründung der Lewer Däle im Jahr 2009.

Nach 18 Jahren zog sich Norbert Henk als Chorleiter zurück und übergab Ende 2018 die Stimmgabel an Stefanie v. Wietersheim, die seit 2009 im Chor mitgesungen hatte. Sie hatte sich von Norbert Henk zur Teilnahme an einer zweijährigen Ausbildung zur Chorleiterin inspirieren  lassen und  war nach Ablegung der Chorleiterprüfung bereit, den Chor zu übernehmen.

Leider war ihr nur eine kurze Zeit als Chorleiterin beschieden. Wegen Corona mussten 2020 und 2021 monatelang Proben ausfallen. Und dann ereilte Stefanie v. Wietersheim ein harter Schicksalsschlag:  Sie erlitt nach einer Impfung gegen Covid 19 einen schweren Impfschaden, der es ihr unmöglich machte und immer noch macht, den Chor weiter zu betreuen. Da sich inzwischen die Zahl der Aktiven reduziert hatte und keine Aussicht auf eine adäquate Nachfolge besteht, beschloss der Chor einstimmig, sich aufzulösen.

Dagmar Roschanski bedankte sich im Namen des Chores bei Stefanie v. Wietersheim und beim "Ehrenchorleiter" Norbert Henk noch einmal für ihre Tätigkeit. Sie hatte dankenswerterweise auch die formale Abwicklung der Vereinsauflösung übernommen. Und Sänger Günter Schwarz, ein begnadeter Hobbymaler, überreichte Stefanie v. Wietersheim ein von ihm gemaltes Portrait als Dankeschön.

Zum letzten Mal sang der Chor "Abide with me", ein englisches Abendlied, in dem es heißt, "Der Tag hat sich geneiget" - so wie die Tage des Kleinen Chores sich geneiget haben und nun zu Ende sind.

Um ein Zeichen der Zuversicht zu setzen, lud Stefanie v. Wietersheim die Sängerinnen und Sänger zu einem freudigen Singen in besseren Zeiten in ihr Atelier in Lüderode ein.

 

 

Hockergymnastik - Der neue Kurs seit März 2022 für Seniorinnen und Senioren

Unsere teilnehmenden Seniorinnen sind mit Begeisterung dabei und halten sich durch regelmäßiges Training fit. Zur Zeit ist der Kurs ausgebucht.

 

 

Leiser Abschied vom niedersächsischen Platt im Nordharzer Land

Hoch im Norden erlebt die plattdeutsche Sprache einen ungewohnten Aufschwung – ganz im Unterschied zu unserer Region. Wieder ist eine der letzten Bastionen des hiesigen Platts gefallen: Der "Plattdeutsche Klönschnack", seit Eröffnung der Lewer Däle im Frühjahr 2009 fester Bestandteil des monatlichen Programmangebots, wird nicht fortgeführt. Ihr Leiter, Willi Ahrens, 86 Jahre, aus Dörnten muss aus gesundheitlichen Gründen aufhören. Und ein Nachfolger fand sich leider nicht.

Willi Ahrens, ein Dörntener Urgestein, hatte noch als Kind mit seinen Großeltern und den Alten im Dorf das Dörntener Platt gesprochen. Der gelernte Bergmann, der nach der Stilllegung der Erzgruben in den sechziger Jahren zuerst noch auf Maurer, dann auf Fernmeldehandwerker umgeschult hatte, war bereits ein erfahrener Platt-Lehrer. Seit den 70iger Jahren hatte er sich regelmäßig mit einer privaten Runde in der Dörntener Pfarrscheune getroffen, um das alte Dörntener Platt am Leben zu erhalten. Gar nicht so einfach, schließlich wurde in jedem Dorf in der Region ein etwas anderes Platt gesprochen. Daher wurden sie dort im Laufe der Jahre immer weniger und so freute er sich über die Möglichkeit, in der Lewer Däle einen neuen Start zu wagen. Die Pflege des alten Sprachgutes passte sehr gut in das Konzept des Kulturvereins wie auch zum Ziel der Einrichtung, ein Ort für ehrenamtliche Angebote von Bürger*innen für die Menschen vor der Haustür zu sein. Der Kulturverein Lewer Däle hatte am 18. April 2009 mit seinem ersten Kirschblütenfest gerade die Eröffnung des kleinen soziokulturellen Zentrums im ehemaligen Kindergarten der Gemeinde gefeiert und schon drei Wochen später, am 7. Mai 2009 kam der erste "Plattdeutsche Klönschnack" zusammen: 14 Personen aus der Region wollten mit Geschichten und Gedichten ihre alte Mundart pflegen. Seitdem trafen sie sich regelmäßig einmal im Monat bei Kaffee und Kuchen. Kein einziges Mal hat Willi Ahrens gefehlt, sogar den Urlaub hat er nach den Terminen ausgerichtet, hat Geschichten rausgesucht, Kaffee gekocht, die jährliche Adventsfeier mit den Familien organisiert und die Truppe zusammen-gehalten. Die Alten wurden im Laufe der Jahre weniger, und es kam leider kein Jüngerer nach. Am Schluss waren sie noch sechs bis sieben Männer pro Treffen. Und die Schließungen der Lewer Däle durch Corona in 2020 und 2021 taten ein Übriges.

Aber, und das ist ihm wichtig zu sagen, es hat ihm immer Spaß gemacht. Und die Lewer Däle war dankbar, mit der Pflege des alten Sprachgutes ein ganz besonderes regionales Kleinod in ihrem Angebot zu haben. Am 26. Juli besuchten ihn daher Ursula Henk-Riethmüller und Heidrun Hielscher für den alten sowie Elisabeth May für den neuen Vorstand in seinem Haus in Dörnten. Mit einem kleinen Abschiedsgeschenk – jede hatte eine kulinarische Spezialität aus der Region im Gepäck – dankten sie ihm für sein jahrelanges ehrenamtliches Engagement und wünschten ihm alles Gute!

Ursula Henk-Riethmüller

Liebenburg, den 02.08.2022