Schwarz Weiß Analog

Interessant und kurzweilig berichtete Folker Neumann, pensionierter Arzt aus Bielefeld, der in Bad Harzburg aufgewachsen ist, über seine zeitaufwendige Leidenschaft: die analoge Schwarz-Weiß Fotografie. Nicht nur die Suche nach dem richtigen Motiv und dem perfekten Zeitpunkt zum Auslösen bestimmt die Qualität seiner Bilder. Es ist vor allem der Arbeitsschritt, der danach folgt:In der eigenen Dunkelkammer entsteht aus dem Negativ ein gestochen scharfes, auf edlem, kartonstarkem Papier vergrößertes Positiv. Ein spannender Moment,wenn das Motiv in der Entwicklerflüssigkeit langsam auf dem Papier sichtbar wird. Erst nach dem Wässern und Trocknen zeigt sich, ob sich die Arbeit gelohnt hat. Aber auch vom Fast-Scheitern wusste Folker Neumann zu erzählen: Den Besuchern der Vernissage stockte fast der Atem, als er erzählte, wie ihm, auf der Jagd nach dem perfekten Motiv, seine Kamera samt Teleobjektiv in einen Weiher fiel. Zum Glück gibt es Möglichkeiten, Kamera und Objektiv trocken zu legen. Und so konnte der Künstler dem Publikum das Motiv, die auffliegende Graugans am Weiher, doch noch präsentieren. Der Ausspruch von Barbara Klemm- Grand Dame des deutschen Foto-Journalismus-"Schwarz-Weiß ist Farbe genug" ist auch das Credo von Folker Neumann. Die feinen Grauabstufungen erzeugen eine Tiefe und Spannung, die man bei Farbaufnahmen oft vermisst. Im Anschluss suchten viele Fotografie-interessierte Besucher das Fachgespräch mit dem Künstler, der ganz in seinem Element war.

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