Lebensgeschichten: "Schmuckdesign"

Die Gemmologin Henriette von Erdmannsdorf erzählte aus ihrem Leben

Wenn eine etwas Tolles zu erzählen hat, dann gibt es ein volles Haus! Diese Idee der Organisatorinnen des Liebenburger Frauenfrühstücks in der Lewer Däle wurde am 4. März wieder einmal bewiesen, denn zum Vortrag mit der Gemmologin und Schmuckdesignerin Henriette von Erdmannsdorff kamen so viele Damen aus Dorf und Landkreis, dass der Platz kaum ausreichte.

"Wie verdient man mit Kreativität seinen Lebensunterhalt?" - darüber sprach die 44-jährige gebürtige Bremerin, die nach Wanderjahren in München, Idar-Oberstein, Kalifornien, Hamburg und Sylt heute in Destedt bei Braunschweig lebt. "Über ihr Leben könnte man ein Buch schreiben", darüber waren sich viele Besucherinnen einig: Ausbildung bei einem bayerischen Hofjuwelier, bei dem die Society ein- und ausging, Studium der Gemmologie in Idar-Oberstein und am "Gemmological Institut of America " in Kalifornien. Sie lebte in der verschworenen internationalen Welt von Edelsteinhändlern, Schleifern, Designern und Brokern, besuchte versteckte Minen in Südamerika. Mit erst 26 Jahren wurde ihr die Eröffnung des Sylter Shops des italienischen Schmuckherstellers Bulgari anvertraut, ein glamouröses Start-Up auf der Insel. Bald wurde sie von Cartier für die Schmuckgeschäfte auf Sylt und in Hamburg abgeworben, "der große Kick, Arbeit sieben Tage die Woche, kein Privatleben", sagte sie. Erdmannsdorff  arbeitete als internationale Schulungsdozentin für das Schmuckhaus Wempe, erstellte Gerichtsgutachten und präsentierte Schmuck in einer Homeshopping-Sendung. 2004 machte sie sich als Schmuckdesignerin in Hamburg selbständig, zog dann der Liebe wegen in den Großraum Braunschweig. Ihre besondere Liebe gilt feinen Glasperlen aus Murano, die sie zu Ketten, Armbänden und Ohrringen verarbeitet, jedes Stück ein Unikat. Man kann mit Kreativität sehr gut seinen Lebensunterhalt verdienen - so ihre Antwort auf die Lebensfrage, die sich wohl einige Frauen stellen. Mit einer guten Ausbildung, Kontakten, Hingabe, Wagemut und dem Glauben an sich selbst.

Stefanie von Wietersheim, 10.03.2017

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