Fotoausstellung von Iris Eisenbeiser

Die Biologin Dr. Iris Eisenbeiser stellte im Kulturverein Lewer Däle 38 fantastische Fotografien vor. Motive aus der Natur werden von ihr so sehr entfremdet, dass alles Gegenständliche verloren geht. Somit gelingt ihr zwar eine authentische Momentaufnahme, wie sie allen Fotografien zu eigen ist, allerdings bewirkt die Aufnahme bei jedem Betrachter andere Empfindungen. Durch welche Techniken ihr die Entfremdung gelingt, hat die Fotografin dem neugierigen Publikum bereitwillig erklärt: Normalerweise benötigt man als Fotograf eine ruhige Hand oder ein Stativ. Nicht so Iris Eisenbeiser: Ihre Werke entstehen, indem sie die Kamera bei der Aufnahme bewegt. So erreicht sie einerseits Unschärfe, andererseits durch Drehen des Motivs eine Loslösung von gängigen Sehmustern. Durch diese fotografische Transformation werden Strukturen freigelegt, die auf einer Ebene hinter der Wirklichkeit zu liegen scheinen.

Viele Zuschauer vermuteten, dass die Fotografien am Computer bearbeitet wurden, oder dass es sich um Ausschnitte handelt. Beides konnte die ambitionierte Fotografin verneinen. Ihre Arbeiten regen die Fantasie des Betrachters an: Immer ist man bemüht zu erforschen, welches Motiv es sein könnte. Nie gelingt es. Aber das ist von der Fotografin auch nicht gewollt. Bei einigen Bildern weiß sie selber nicht mehr, welches Motiv der Aufnahme zu Grunde liegt. Aber spannend sind die Abstraktionen allemal, eben mit Licht gemalt.

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