Mit dem Fahrrad vom Balkan in den Orient

Es war ein beeindruckender Nachmittag, als Vincent Hoffmann den 70 interessierten Zuhörern von seiner Reise in fremde Länder berichtete. Aber nicht die vielen Länder wie Kroatien, Bosnien-Herzogowina, Montenegro,Albanien, Griechenland, Türkei, Saudi-Arabien und Thailand waren das, was staunen ließ. Es war die Fahrt mit einem Fahrrad!

Der Liebenburger berichtete von Regengüssen, Kontakt mit aggressiven Straßenhunden, Übernachtungen im Zelt oder bei gastfreundlichen Menschen, Felgenbruch, Höhenmetern und einer starken Rad-Gemeinschaft Gleichgesinnter. Man fährt ein Stück zusammen mit anderen Radlern, nimmt andere Routen oder fährt ein anderes Tempo, trifft sich wieder, ist vernetzt und tauscht sich über alles aus, was während so einer Reise organisiert werden muss. Seien es Grenzübergänge, die plötzlich nur unter erschwerten Bedingungen passierbar sind oder "warmshowers", das sind freundliche Leute, die einen Schlafplatz und eine warme Dusche oder auch ein warmes Essen ganz selbstverständlich zur Verfügung stellen. Die Rad-Community eint die Sehnsucht nach der Ferne, nach Abenteuer und sportlicher Herausforderung. Dass der Besuch von Fitness-Studios hier noch erforderlich ist, um die Oberkörpermuskulatur nicht verkümmern zu lassen, ist interessant. Aber auch der mentale Akku muss ab und an aufgeladen werden. Dafür gibt es Menschen wie Attila, dessen Gastfreundschaft Vincent genießen durfte, solange er wollte. Die gemeinsamen Musikabende dort sowie die Begegnung mit freundlichen, hilfsbereiten Menschen bleiben ihm ewig in Erinnerung. Dass Vincent Hoffmann Teilstrecken seiner Reise sein Rad bergan schieben musste, auf klapprigen LKWs von freundlichen Menschen mitgenommen wurde oder auch mal sein Fahrrad im Karton verpackte und damit ein Flugticket gebucht hat, schmälerte den Reisebericht des 32 Jährigen, der nach Job und Studium nun beruflich durchstarten will, nicht. Die nächste Reise steht schon fest: mit dem Fahrrad von Liebenburg nach Tallinn!

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