Lebensgeschichten mit Beate Bauers

Über das Leben und Arbeiten als Försterin

Ein spannender, sehr humorvoller Vortrag mit Einsichten in ungewöhnliche Themen – damit begeisterte Beate Bauers die zahlreichen Teilnehmerinnen beim Frauenfrühstück in der Lewer Däle am 17.11.2018.

Die  gelernte Försterin, Mutter von vier Kindern, Gründerin eines Waldkindergartens, Lektorin und Pilgerbegleiterin und Hobbytöpferin  war über einen 14-tägigen Jugendwaldeinsatz in der Schulzeit zur Forstwirtschaft gekommen. Und als ihre älteste Tochter ins Kindergartenalter kam, gründete sie 1998 kurzerhand die Waldwichtel e.V. in Lutter. Viel Bewegung an der frischen Luft, kein vorgefertigtes Spielzeug, Erleben von Warm und Kalt – das stärkt  das Immunsystem der Kinder, ihren Gleichgewichtssinn und die Motorik und regt die Phantasie und Kreativität der Kinder an. Davon ist sie überzeugt.

Ausführlich sprach sie dann über die Aufgaben des Waldes:-

  • Er kühlt, bietet Windschutz, schützt vor Erosion. Leider führte die um 1900 erfolgte Aufforstung im Harz durch die Fichte und die Ausbeutung durch den Bergbau zu kahlen Hängen und zum Verlust seltener Tier- und Pflanzenarten
  • Er ist ein nachwachsender Rohstoff für die Papierproduktion und die Holzindustrie– so prägt etwa die Eiche den Fachwerklook in unserer Region.
  • Er bietet Erholung pur zu allen Jahreszeiten
  • Bei zu viel Wild liefert die Jagd hochwertiges Fleisch.

Einen großen Raum nahmen dann die Auswirkungen des Sturmes "Friederike" im Januar 2018 auf den Wald in unserer Region ein wie auch die heftige Hitzeperiode im Sommer 2018: Ca. 50% der Fichten starben  allein durch "Friederike" ab, mit immensen finanziellen wirtschaftlichen Einbußen für die Waldbesitzer und langfristigen ökologischen Schäden durch den Käferbefall (Borkenkäfer sowie Kupferstecher). Im Harz seien ca. 50% der Bäume befallen. Unsere heimischen Arten wie Fichte, Buche, Esche und Ulme werden aussterben. Was schließt die Försterin daraus für die Zukunft, zumal in Zeiten des Klimawandels?

Das Waldbild wird sich ändern, es wird weniger Holz geben, der Wald braucht den Menschen nicht. Doch der Mensch braucht den Wald, und wenn er diesen erhalten will, dann   muss  die Vegetation angepasst werden und das bedeutet:  keine  Monokulturen mehr wie bisher üblich, Aufforstung mit eher südländischen Baumarten wie Esskastanie, Walnuss und Robinie, Errichtung von Schutzzonen, die nicht mehr bewirtschaftet werden, wie z.B im Nationalpark Harz.

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