Als Reporter im Ebola-Land

Als Reporter im Ebola-Land

Große Resonanz fand eine Veranstaltung in der Lewer Däle Liebenburg mit Malte Henk, Reporter der Hamburger Wochenzeitung DIE ZEIT. Wegen des Andrangs musste der Bericht über seine Recherche in Sierra Leone und Guinea zum Ursprung der Ebola-Epidemie kurzfristig in den ev. Gemeindesaal verlegt werden.

Von Freetown, der Hauptstadt von Sierra Leone fuhren er und seine Kollegin Amray Cohn in einem SUV in das Landesinnere. Sie besuchten dort Krankenhäuser und Friedhöfe und erreichten auf abenteuerlichen und nicht ungefährlichen Wegen schließlich den Grenzfluss zwischen Sierra Leone und Guinea. Nach langem Hin und Her durften sie diesen überqueren und gelangten endlich in das Dorf, in dem die Ebolaepidemie ausgebrochen war.

Erstes Opfer war ein zweijähriger Junge, mit dessen Vater die Reporter sprechen konnten. Er war als einziger von seiner Familie übrig geblieben. Anhand von Fotos berichtete Malte Henk überaus anschaulich von der Übertragung des Virus von Flughunden auf den kleinen Jungen, von der Ausbreitung der Krankheit über eine Heilerin zu zahlreichen Menschen in der Umgebung, von diesen zum nächstgelegenen Krankenhaus und von hier in Windeseile in das ganze Land, in die angrenzenden Staaten und schließlich in andere Kontinente.

Er berichtete von den Ängsten der Reporter, selbst infiziert zu werden, von heldenhaften Menschen, die die Erkrankten pflegten, in Massengräbern beerdigten und sich dabei selbst ansteckten, aber auch von den Vorbehalten der Kollegen in der Redaktion, von Mitbewohnern und Nachbarn nach ihrer Rückkehr.
Eine lebhafte Diskussion im Anschluss an den Vortrag machte deutlich, wie fasziniert die Zuhörer waren. Großzügig folgten sie der Bitte des Reporters um eine Spende für die Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“. Er hatte dafür auf ein Honorar verzichtet.

Fotos: Hartmut Heinz

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